In der Schweiz sind Gebäude für 45 % des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich. Mit energetischen Sanierungen lässt sich der Energieverbrauch eines Wohnhauses durchschnittlich um die Hälfte reduzieren und der Wohnkomfort steigern. Eine energetische Sanierung lohnt sich deshalb für Vermieter- und Mieterschaft, ist aber auch eine Herausforderung. Gute Kommunikation unterstützt alle Parteien dabei, diese zu meistern und gemeinsam erfolgreich zu sanieren.

Höherer Komfort, ein Beitrag zum Klimaschutz, eine optimalere Bewirtschaftung und in der Regel tiefere Nebenkosten – eine energetische Sanierung lohnt sich zweifellos. Doch was passiert mit den Mieterinnen und Mietern? Eine Sanierung in bewohntem Zustand kann die Lösung sein: Sie müssen keine neue Wohnung finden und Vermietende müssen nicht auf Mieteinnahmen verzichten. Zudem ist durch die damit oft verbundene etappenweise Sanierung eine Staffelung der Investitionen möglich. Trotz aller Vorteile führt eine Renovation, insbesondere im bewohnten Zustand, aber auch zu Unsicherheiten. Deshalb ist ein guter Austausch zwischen den beteiligten Parteien sinnvoll, denn Kommunikation und partizipative Prozesse erhöhen die Akzeptanz sowie das Verständnis. Alle Parteien sind zufriedener mit dem Ergebnis. Drei einfache Punkte verbessern die Kommunikation.

1. Rechtzeitig informieren

Ist der Entschluss zu einer energetischen Sanierung gefasst, ist es angezeigt, die Mieterschaft vorzeitig, idealerweise anderthalb bis zwei Jahre vor der geplanten Sanierung erstmals zu informieren. Ein Jahr vor Baustart sollten sie einen groben Zeitplan erhalten, der dann ein halbes Jahr vor der Sanierung verfeinert wird. Auch während der Bauphase ist eine kontinuierliche Kommunikation wichtig: Anpassungen des Zeitplans und zu erwartende Einschränkungen (z. B. Lärmimmissionen) sollten den Bewohnenden rechtzeitig mitgeteilt werden. Nach dem Bau unterstützen Merkblätter und persönliche Einführungen die Mieterschaft dabei, neue Geräte oder Infrastrukturen zu nutzen.

2. Passende Kommunikationsmittel wählen

Je nach Projekt und Objekt können unterschiedliche Kommunikationsmittel zielführend sein. Die Grundlage bilden allerdings immer schriftliche Unterlagen. Sie dienen allen Parteien als Gedankenstütze und schaffen Sicherheit. Für kleinere Liegenschaften eignet sich ein persönliches Gespräch besonders gut, während für grössere Liegenschaften Informationsveranstaltungen eher geeignet sind. Der folgende Ablauf unterstützt Vermietende bei der Kommunikation:

  • Vorbereitung des Gesprächs und Erstellung der Unterlagen
  • Einstieg in das Gespräch
  • Präsentation des Projekts zur energetischen Sanierung
  • Diskussion und Klärung von Fragen der Mieterschaft
  • Abschluss des Gesprächs mit Fazit
  • Auswertung im Nachgang und allenfalls Klärung von noch ungeklärten Fragen

Mit partizipativen Prozessen wie etwa Workshops können im Vorfeld die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner abgeholt werden. Dies ist vor allem bei der Sanierung einer Liegenschaft in bewohntem Zustand sinnvoll.

3. Fachpersonen beiziehen

Bei einer energetischen Sanierung ist es üblich, eng mit Fachpersonen zusammenzuarbeiten. Für die Kommunikation kann sich dies unter Umständen auch lohnen. Externe Personen bringen die notwendige Distanz, das Fachwissen und die Erfahrung mit, um Bedürfnisse auszuloten und, wo nötig, Konflikte zu lösen. Je nach Fragestellung lohnt sich beispielsweise der Kontakt mit Immobilientreuhändern oder -bewirtschafterinnen. Auch Organisationen wie SVIT, der Hauseigentümerverband und Casafair unterstützen ihre Mitglieder in der Kommunikation mit der Mieterschaft.

Renovabene und Locabene

Die Online-Ratgeber Renovabene (www.renovabene.ch) und Locabene (www.locabene.ch) begleiten Vermieter- und Mieterschaft vor, während und nach energetischen Gebäudesanierungen. Zudem fördern sie den gegenseitigen Austausch. Die Plattform beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Themen Bau, Kommunikation, Recht und Finanzen. Renovabene und Locabene sind ein Projekt von EnergieSchweiz (Bundesamt für Energie (BFE)) sowie dem Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) und werden inhaltlich von verschiedenen Partnern unterstützt.

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